Verkehrsbeobachtung der morgendlichen „Rush Hour“

Die Einbahnstraße/Sackgasse wurde eingerichtet, weil das Verkehrsamt damit über die bereits durchgeführten Maßnahmen hinaus Fußgänger in diesem Bereich besser schützen möchte – insbesondere weil diese Strecke als „stark frequentierter Schulweg“ ausgewiesen ist.

Zu kaum einer Zeit sollte das besser zu erkennen sein, als während der morgendlichen „Rush Hour“, wenn die Schüler zur Schule gehen, berufstätige Autofahrer sich auf den Weg machen und die aktuellen Baustellen im betroffenen Bereich angefahren werden.
Außerhalb dieser Zeit ist deutlich weniger Verkehr zu verzeichnen.
Die Rückkehr der Schüler, Berufstätigen und Baustellenarbeiter verteilt sich über mehrere Stunden am Nachmittag & Abend.

Mich hat interessiert, welcher Verkehr nun eigentlich während dieser Zeit an einem ganz normalen Tag stattfindet (keine Ferien, sommerlich warmes Wetter, unter der Woche, mitten im Monat Mai).

Beobachtete Stellen

Die relevanten Verkehrsereignisse wurden an zwei Stellen beobachtet: Vor dem oberen Ende der Sackgasse (Kreuzung In der unteren Rombach/ Rombachweg) und am unteren Ende der Einbahnstraße (Kreuzung In der unteren Rombach/ Wolfsbrunnensteige). Sie wurden mit einer Genauigkeit von etwa 4 Abschnitten pro Minute (jeweils 15 Sekunden) erfasst und nachträglich auf 3 Minuten-Abschnitte aggregiert. Hier das Ergebnis der Beobachtungen:

Während der „Kernstunde“ zwischen 07:45 Uhr und 08:45 Uhr …

  • fuhren 36 Fahrzeuge von der Unteren Rombach (UR) hoch zum Schloss-Wolfsbrunnenweg. Hier ist davon auszugehen, dass die meisten sonst direkt bergab zur Hauptverkehrsader am Neckar gefahren wären (beobachtet am linken Punkt auf der Karte).
  • fuhren 14 Fahrzeuge die Untere Rombach von der Wolfsbrunnensteige aus aufwärts. Darunter waren 5 Transporter und 2 LKWs, also zur Hälfte Baustellen-Fahrzeuge (beobachtet am rechten Punkt auf der Karte).
  • liefen 12 Schüler bzw. Kinder die Untere Rombach zu Fuß zur Wolfsbrunnensteige hinunter, zusammen mit insgesamt 7 Erwachsenen, von denen einige die Schüler begleiteten.
  • kamen 6 Radfahrer die Untere Rombach hinunter.
  • fuhren 3 Fahrzeuge die Untere Rombach entgegen der Einbahnstraße hinunter.

Einige Anmerkungen dazu:

  • Während dieser Zeit sind 12 Schüler insgesamt an dieser Stelle zu verzeichnen (rote Linie).
  • Wie nicht anders zu erwarten, passieren Schüler die entsprechende Stelle in einem engen Zeitfenster von nur etwa 15 Minuten.
  • Während dieser 15 Minuten fahren 6 Fahrzeuge die Untere Rombach hinauf (darunter 3 Transporter), 9 Fahrzeuge verlassen oben die Untere Rombach und wären potentiell bergab gefahren.

Hypothetisch: Wie würde dieser Abschnitt ohne Einbahnstraße aussehen, wenn alle Fahrzeuge, welche oben die Untere Rombach verlassen, sonst nach unten gefahren wären (so wie bisher)?
Dies kann man der folgenden Grafik entnehmen:

Der meist frequentierte Zeitpunkt hätte sich dann etwa um 8:00 Uhr herum ergeben, wenn – innerhalb von drei Minuten – 3 Fahrzeuge bergab und 3 Fahrzeuge bergauf gefahren wären, während 3 Schulkinder und ein Radfahrer bergab laufen/fahren (etwa der Punkt an dem die rote Kurve ihren Höhepunkt erreicht).
Da ein Fahrzeug etwa 30 Sekunden benötigt um die Einbahnstrecke zu durchfahren, wäre etwa mit ein bis zwei Zusammentreffen zweier Fahrzeuge innerhalb dieser drei verkehrsreichsten Minuten zu rechnen. Wäre dann zufällig ein Fußgänger an der gleichen Stelle wo diese Fahrzeuge aufeinander treffen, müssten die Fahrzeuge ggfs. mit der Ausweichaktion warten, bis der Fußgänger die entsprechende Stelle verlassen hat. Nicht wahrscheinlich, aber denkbar.
Das entspräche dann vermutlich der Situation der letzten Jahrzehnte, die bisher auch nicht zu Unfällen führte, und durch den inzwischen verbreiterten, deutlicher gekennzeichneten Weg noch verbessert wurde.

Außerhalb der beobachteten Kernzeit ist die Frequenz insbesondere von Fußgängern aber auch Fahrzeugen deutlich geringer, sodass solch ein „Dreier-Zusammentreffen“ nochmal wesentlich unwahrscheinlicher ist.

Welche weiteren Auswirkungen hat die aktuelle Regelung?

  • Der Verkehr aufwärts läuft „beschleunigt“, sowohl im positiven, als auch im negativen Sinne…
  • Die Verkehrslast auf den Schloss-Wolfsbrunnenweg wird signifikant erhöht.*
  • Der Verkehr abwärts muss einen Umweg von durchschnittlich 750m in Kauf nehmen. Ausgehend von 36 Fahrzeugen in der Kernstunde könnten das grob geschätzt 200-300 Fahrzeuge über den Tag verteilt sein.
  • Die Fahrzeuge müssen nach Kaltstart in niedrigem Gang bei ohnehin doppeltem Verbrauch, doppeltem Schadstoffausstoß und mit deutlicher Lärmbelastung bergauf fahren, statt bergab zu rollen.
  • Mit Ausnahme von Kleinstfahrzeugen kann in der Sackgasse kaum gewendet werden. Dadurch entstehen teilweise kritische/schwierige Situationen.
  • Die bei Schnee/Glatteis kaum befahrbare Steigung vor der Kreuzung mit dem Schloss-Wolfsbrunnenweg wird im Winter zur „Falle“ für alle Verkehrsteilnehmer.

Mit der aktuellen Regelung bestehen diese Auswirkungen den ganzen Tag über, obwohl signifikanter(?) Fußgängerverkehr nur während etwa 15 Minuten stattfindet (13 Personen in 15 Minuten). Noch in der Kernzeit, aber außerhalb dieser 15 Minuten, reduziert es sich auf 2 Fußgänger pro Viertelstunde. Außerhalb der Kernzeit wurden noch weniger Fußgänger beobachtet.

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*Addendum: Der Verkehr auf der Wolfsbrunnensteige oberhalb der Kreuzung mit der Unteren Rombach wurde ebenfalls beobachtet:

In der Kernzeit (07:45-08:45) fuhren 87 Fahrzeuge die Wolfsbrunnensteige hinunter, 12 hinauf.
Geht man davon aus, dass zur gleichen Zeit 39 Fahrzeuge die Untere Rombach verließen und größtenteils die Hauptverkehrsader am Neckar erreichen wollten, kamen geschätzt 30-40% des Verkehrs an dieser Stelle über die neue „Umleitung“ zustande.

Insgesamt wurden zwischen 07:30 Uhr und 08:45 Uhr 122 Fahrzeuge bergab und 13 bergauf beobachtet:

Verkehr auf der Wolfsbrunnensteige oberhalb der Kreuzung mit Untere Rombach

 

Erste Ergebnisse der Umfrage

Hier nun erste Ergebnisse der Umfrage zur Einbahnstraßen-Regelung.

Bisher haben 43 Personen teilgenommen. Vier Teilnehmer haben trotz eindeutiger Aufforderung ihren Namen nicht genannt bzw. anonymisiert. Die entsprechenden Antworten flossen nicht in die Statistik ein (unabhängig davon entsprachen sie etwa der sonstigen Verteilung).

Die Umfrage ist weiter unter http://umfrage.schlierbach.in erreichbar.

Gesamteinschätzung

Die Gesamteinschätzung ist überwiegend negativ (rot). Für etwa 13% der Teilnehmer kann die jetzige Regelung bestehen bleiben, etwa 70% sind für eine völlige Aufhebung. Circa 10% würden die Regelung bei zeitabhängigem Richtungswechsel (nach Berufsverkehr) und zeitlicher Einschränkung akzeptieren.
Betrachtet man nur Anwohner des Sackgasse-Bereichs und der Einbahn-straße selbst, dann liegt die Ablehnung der jetzigen Regelung bei über 90%.

Gesamteinschätzung – Stand 17.05.

„Erste Ergebnisse der Umfrage“ weiterlesen

„Untere Rombach“ für Radfahrer wieder offen – Situation weiter kritisch

Am Dienstag, dem 09.Mai wurden erneut Änderungen an der Beschilderung „In der Unteren Rombach“ vorgenommen. Radfahrer sind nun von der Einbahnstraßen-Regelung ausgenommen.

Außerdem wurde wohl die wahre Größe der Sackgasse erkannt, und die entsprechenden Schilder an der Kreuzung mit dem Rombachweg entfernt – dafür an der Kreuzung mit dem Schloss-Wolfsbrunnenweg aufgestellt. „„Untere Rombach“ für Radfahrer wieder offen – Situation weiter kritisch“ weiterlesen

Umfrage zur Einbahnstraßen-Regelung

Hier nun wie in „Schlierbach-Aktuell“ (Ausgabe Mai 2017) angekündigt die Umfrage zur Einbahnstraßen-Regelung im östlichen Bereich „In der Unteren Rombach“.
Es geht dabei um die Einschätzung der aktuellen Verkehrssituation sowie möglicher Alternativen bzw. ergänzender Maßnahmen.
Je mehr betroffene Anwohner (sowohl direkt als auch indirekt außerhalb des Sackgasse-Bereichs) an dieser Umfrage teilnehmen und Interesse zeigen, umso besser.

Zur Umfrage geht es hier:  https://goo.gl/forms/ZjQIoQHyWOlEkxGH3
Sie besteht aus 3 Fragen und kann in wenigen Minuten ausgefüllt werden.

Dabei wird auch der Name erfasst (um ein Mindestmaß an Integrität zu wahren), die Ergebnisse werden aber nur aggregiert und absolut anonym veröffentlicht bzw. weitergegeben. Natürlich wird man sie wieder auf der Seite schlierbach.in finden. Sie werden aber auch an die Stadt Heidelberg weitergeleitet, deren zuständiger Sachbearbeiter explizit um Feedback gebeten hat.
Danke für die Teilnahme!

Diese Seite kann direkt über den Link http://umfrage.schlierbach.in erreicht werden. Sagen Sie es weiter!

„Umfrage zur Einbahnstraßen-Regelung“ weiterlesen

Alternative Maßnahmen?

Zur Vorbereitung einer Umfrage zu situationsverbessernden Maßnahmen als Alternative zu einer strikten Einbahnstraßenregelung  würde ich mich freuen, verschiedene Vorschläge zu erhalten. Einige Dinge wurden schon genannt, wie z.B. „zusätzliche Spiegel“ an unübersichtlichen Stellen (wie der Kurve im aktuellen Einbahnstraßenbereich).
Welche weiteren Maßnahmen wären denkbar – sowohl mit als auch ohne Einbahnstraßenregelung?
Voschläge bitte als Kommentare unten! Demnächst startet dann die Umfrage mit diesen und weiteren Auswahlmöglichkeiten.

„Alternative Maßnahmen?“ weiterlesen

„In der Unteren Rombach“ als Einbahnstraße

Am Montag, dem 10.April (just zu Beginn der Osterferien), war es plötzlich soweit: Quasi über Nacht wurde „In der Unteren Rombach“ zur Einbahnstraße, zumindest im unteren Bereich. In dieser Form bedeutet das eine Sackgasse ab der Kreuzung mit dem Schloss-Wolfsbrunnenweg, für alle unterhalb angeschlossenen Zweige.

Die neue Einbahnstraße an der Kreuzung zur Wolfsbrunnensteige

Ich wunderte mich doch sehr, dass man als Anwohner darüber vorher nichts erfahren hatte (so war es jedenfalls für mich und einige weitere Anwohner, die ich befragte) … „„In der Unteren Rombach“ als Einbahnstraße“ weiterlesen